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Nach evangelischem Verständnis ist die Ehe von Mann und Frau ein Sakrament, in der Ausdrucksweise des Neuen Testaments ein großes Geheimnis. Denn erstens ist die Ehe bei der Schöpfung durch das Wort Gottes eingesetzt, Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist das Fleisch gewordene Wort Gottes, und Jesus hat die Ehe von Mann und Frau sowie deren Unauflöslichkeit noch einmal unterstrichen und bekräftigt (Matthäus 19 und Parallelstellen). Das eheliche Zusammenleben impliziert ohne weiters auch den physischen Aspekt: "und sie werden ein Leib sein". Insofern die christliche Familie immer auch eine "kleine" Kirche ist, kommt auch die seelische Einigkeit bzw. Einheit dazu, da aber nicht jede Ehe christlich ist bzw. nicht jede Ehe zu Recht christlich genannt werden kann, ist die seelische Einheit von Mann und Frau nicht schon von vornherein gegeben.
Hier muss dann die christliche bzw. kirchliche Lehre über die Ehe einsetzen.
Diese muss nachdrücklich vorgetragen werden, weil es dem Teufel (dem Durcheinanderbringer) gefällt, das Verständnis der christlichen Ehe durcheinander zu bringen. Demnach ist die christliche Ehe an Jesus Christus orientiert, was sich nach Paulus darin ausdrückt, dass Mann und Frau sich einander (reziprok) unterordnen. Sodann hat sich der Mann an Jesus Christus zu orientieren, der sein Leben für die Gemeinde gegeben hat, der Tod am Kreuz, ebenso soll der Mann sein Leben für die Frau hingeben, der Mann ist nach christlichem Verständnis verpflichtet, seine Frau zu lieben, eben so wie Christus die Kirche und die Gemeinde liebt. Die Frau wiederum ist nach christlichem Verständnis verpflichtet, sich dem Mann unterzuordnen, ihn zu respektieren, so wie dieser sich Christus unterordnen soll, wobei Paulus darauf hinweist, dass beide, die in der Ehe ein Leib sind, zu Christus gehören, Leib Christi sind. Ich wiederhole hier noch einmal, dass am Anfang, als Grundprinzip hier die wechselseitige Unterordnung steht. Das kann und muss so verstanden werden, dass weder das Haupt ohne den Leib noch der Leib ohne Haupt etwas ist. Spaltungen kann es aber im Leib Christi nicht geben. Deshalb ist Ehescheidung Sünde, weil sie von Christus trennt. Um uns davor zu schützen, hat Gott uns das Gebot gegeben: "Du sollst nicht ehebrechen!" Es geht hier auch um Vorbeugung vor den unheilvollen Folgeerscheinungen des Ehebruchs, auf welche die Kirche hinweisen muss, wenn sie sich nicht schuldig machen und ihres Namens als Kirche verlustig gehen will.