Neuen Kommentar schreiben

Der Brautvater bringt die Braut vor zum Altar, und dann werden aber bitte auch vorne in aller Öffentlichkeit die Teppiche, Schafe und Rinder ausgetauscht, die zu einer Hochzeit dieser Art nun einmal dazugehören.

Ich finde, man muss nicht jeden Wunsch von Brautleuten gleich ernst nehmen. Woher kommt denn ein Gefühl wie "Mir bedeutet diese Form des Einzugs allerdings sehr viel"? Garantiert nicht von irgendeiner wirklichen Kenntnis von Liturgien oder Feiern, oder auch nur einem kurzen Bedenken des Selbstverständnisses als moderne Frau, sondern natürlich aus Fernsehserien und Hollywood-Filmen.

Was wollen viele Brautpaare? Den einzig möglichen Wunschtermin im Frühsommer, irgendeine Musik, die gefälligst nichts mit Kirche oder Gottesdienst zu tun haben darf, sondern gefühlig "unser Lied" oder so etwas ausdrücken soll, irgendeinen Ritus, den man aus Filmen kennt, möglichst kurze Worte des Pfarrers, viele Fotomöglichkeiten, und dann noch eine große Party. Spätestens nach der ersten Taufe treten sie dann eh aus der Kirche aus. Dann sollen sie es doch gleich ganz in irgendeiner Event-Halle feiern und Pfarrern, Organisten und Mesnern nicht die wenigen schönen Samstage im Jahr verderben.