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Mich hätte schon interessiert, wie evangelisch.de der Ehebrecherin geantwortet hätte. Mein Anliegen ist zu erfahren inwieweit es in einer liberalisierten Glaubenswelt toleriert wird, überhaupt noch von Sünde zu sprechen. Der erste Hinweis von Herrn Muchlinsky (mit dem zwinkernden smiley) sagt: JA. Aber da ging es darum, dass ich mich selbst als Sünder erkenne. Ich trete also damit niemandem zu nahe, höchstens mir selbst. Der zweite Hinweis von Herrn Muchlinsky sagt: NEIN. Dort geht es um die allgemeine Sündhaftigkeit einer Tat am Beispiel Homosexualität, noch nicht mal dass damit eine Person konkret als Sünder benannt wird. Man präjudiziert dass diejenigen, die die Sünde ansprechen, sich nicht aus barmherziger Liebe vor die Sünder stellen würden, so wie sich Jesus vor die Ehebrecherin stellt. Gleichzeitig werden aktuell Pfarrer wie Herr Weigel oder Herr Latzel öffentlich geschmäht und beschimpft und ausgelacht, weil sie dieses Wort in den Mund nehmen. Und es wird sogar die (juristische) Verurteilung in den Raum gestellt. Daher denke ich, dass meine Frage nach der Tolerierung des Begriffes Sünde in der liberalen Glaubenswelt schon eine gewisse Berechtigung hat. Ein Blick in den Bekenntnisteil des evangelischen Gesangbuchs hilft hier ja leider nur bedingt weiter. Für die Hartnäckigkeit möchte ich mich im voraus entschuldigen.

Augustinus schreibt jedenfalls weiter: "Der Herr verurteilt die Sünde, nicht den Sünder. Hätte er nämlich die Sünde geduldet, hätte er gesagt: Auch ich verurteile dich nicht, geh, lebe, wie du willst. (...) Aber er sagte: Geh und sündige nicht mehr" (In Iohannis evangelium tractatus 33,6).