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Liebe Gästin, ich finde, dass im Zweifelsfall gerade die Eltern und Paten zuständig sind, denn sie haben ja das Taufversprechen anstelle des Säuglings bzw. Kindes gegeben, was dann in der Konfirmationsfeier lediglich nochmal selbst bekräftigt wird. Genau die Erziehung im Glauben sichert man ja bei der Taufe als Eltern und Paten zu, und dazu gehört nicht nur Theorie, sondern auch Praxis. Noch eine Überlegung: Gerade als evangelische Christen, haben wir eben nicht ein von oben herab verordnetes Lehramt, sondern es sollte sich jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten schon auch selbst machen, um "falsche Lehre" erkennen zu können. Sonst hat man weder den Zeugen Jehovas, noch Esoterikanhängern oder auch einfach dem Materialismus oder übertriebenem Zweckdenken irgendetwas entgegenzusetzen. Man ist auch von der Wiege zur Bahre mit lebenspraktischen Ethikfragen konfrontiert, wo ich vielleicht jetzt auch nicht jedesmal direkt den Pfarrer anrufen würde. Und wenn ich Ihre Argumentation jetzt konsequent zu Ende denken würde, dann wäre es schwierig, unterhalb von einem Theologieexamen überhaupt zum Abendmahl zu gehen, und nach dessen Bestehen wäre es wahrscheinlich immer noch schwierig.
Dass sich in Ihrer Gemeinde offenbar viele "Laien" im Konfirmandenunterricht engagieren, finde ich übrigens toll! Viele verschiedene Leute haben meistens mehr mitzugeben, als ein "Alleinunterhalter", und gerade Jugendliche können sich dann auch selbst ihre Identifikationspersonen suchen. Und warum soll das dann nicht der Mechatroniker mit seinen Lebens- und Glaubenserfahrungen sein? Beim Tod Jesu ist ja der Tempelvorhang zerrissen, das bedeutet im übertragenen Sinne eine Aufhebung der Trennung zwischen Kultisch-Sakralem und Weltlich-Profanem. Wir dürfen ganz nah bei Gott sein, aber dabei dürfen wir trotzdem wir selbst sein. Das ist für mich Evangelium, und ja, auch eine der Sinn-Nuancen des Abendmahls.