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Hallo Jockel,
ich weiß, diese Frage hast du schon vor fast einem Jahr gestellt, aber ich bin gerade zufällig darauf gestoßen und vielleicht liest du diesen Kommentar ja trotzdem noch. Ich finde es toll, wie Pia Heu inhaltlich auf deine Fragen und Ängste eingeht, und stimme ihr da aus vollem Herzen zu!
Aber ich möchte noch einen Gedanken loswerden, der mir beim Lesen deiner Schilderung gekommen ist. Hast du schon mal von Zwangsgedanken gehört? Das ist, ganz vereinfacht und in meinen eigenen Worten geschildert, eine psychologische Störung, bei der einen Gedanken quälen, die man so selbst eigentlich nie denken würde/will, die man aber auch nicht loswird und sich deshalb sehr schlecht fühlt. Es gibt sie zum Beispiel mit aggressiven oder sexuellen Inhalten, aber auch mit religiösen. Zum Beispiel sind genau solche, wie du sie schilderst (Angst, versehentlich Gott zu lästern), gar nicht so selten. Wichtig dabei ist, dass es grundsätzlich ganz normal ist, solche Gedanken mal zu haben, aber normalerweise schiebt man die ganz schnell beiseite und vergisst sie wieder. Krankhaft bzw. zwanghaft wird es erst, wenn man sich unendlich lang damit beschäftigt und darunter leidet.
Ich weiß nicht, ob ich hier Links posten darf. Aber google doch mal "Zwang und Zweifel Klinik Sonnenhalde", dann findest du eine PDF-Broschüre, die Zwangsgedanken erklärt, und das mit christlichem Hintergrund.
Ich komme auf die Idee, weil du selbst schreibst: "aber gerade weil ich zwanghaft versuche, sie nicht zu denken, werden diese Gedanken immer stärker." und weil du auch erwähnst, dass die Gedanken sich enorm nach dem Tod eines Angehörigen verstärkt haben. Denn so eine Belastungssituation kann natürlich eine psychische Krankheit verstärken oder überhaupt erst auslösen (das kenne ich selbst von mir).
Falls dich die Fragen und Zweifel, die du geschildert hast, immer noch quälen und du sie trotz deiner inhaltlichen Beschäftigung mit der Thematik nicht loswirst, wäre es vielleicht hilfreich, dich zu fragen, ob du vielleicht unter Zwangsgedanken leidest. Ich würde dir dann empfehlen, erst mal mit deinem Hausarzt darüber zu reden, der dich dann bestimmt weitervermitteln kann in Richtung Psychotherapie.
Ich hoffe natürlich es geht dir jetzt - fast ein Jahr nach deiner Frage - ohnehin schon wieder besser oder sogar gut. Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute für deinen Weg!
Jasmin