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Liebe Frau Klee, ich finde es etwas irritierend, dass Sie Ihre ansonsten ausgewogenen und hilfreichen Gedanken in Ihrer Antwort an den jungen Mann mit der Verlinkung der beiden Stellungnahmen der EKD und der FeG abschließen. Die Stellungnahme der EKD stammt aus dem Jahr 1996 und ist einfach überholt: Die Ergebnissen und Schlussfolgerungen der Stellungnahme (etwa aber nicht nur, dass die Ehe heterosexuellen Beziehungen vorbehalten werden muss) entspricht nicht mehr der Praxis der überwiegenden Mehrheit der EKD-Landeskirchen. Auch sonst stellt sie keine zeitgemäße evangelische Auseinandersetzungen mit diesen Fragen dar. Und die Stellungnahme der FeG ist fast menschenfeindlich in ihrem Inhalt: Sie propagiert gefährliche Ideen wie "heilung" von Schwulen und Lesben (für ein Verbot solcher Praktiken hat sich die Bundesregierung aus menschenrechtlichen Gründen ausgesprochen) und wurde bereits von der LSVD -- nunmal wirklich keine radikale Organisation -- als "homophober Unfug" bezeichnet.

Homosexualität ist keine Sünde, und die evangelische Kirche hat das in den letzten Jahren in aller Deutlichkeit mit der Öffnung der Ehe zum Ausdruck gebracht. Sie hätten diesem jungen Mann ruhig mit ein bisschen weniger Vorsicht und ein bisschen mehr vollmundiger Unterstützung begegnen können!