Worüber nachdenken am Buß- und Bettag

gestellt von Gast am 20. November 2011

Am gestrigen Buß- und Bettag wurden die Reformeckpunkte in der Pflegeversicherung vorgestellt. Dieses Datum macht Sinn, weil dieser Feiertag zur Einführung der Pflegeversicherung geopfert worden war.

Das Datum erinnert uns daran, dass Pflege etwas kostet. Und der Buß- und Bettag könnte künftig ein guter Tag zur Besinnung sein auch über die notwendigen Vorkehrungen für das Alter nachzudenken.

Über "was" genau sollten wir eigentlich beim Buß- und Bettag nachdenken?
Über die Pflegeversicherung vielleicht?

Wäre es sinnvoll den Buß- und Bettag als Feiertag wieder einzuführen?
Die Kirche sollte sich meiner Meinung nach darum kümmern, dass Kranke, Alte und Behinderte wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen werden. Es ist doch sehr traurig dass viele Alte und Kranke in die Medikamenten- oder Alkoholsucht oder in die Depression abgleiten. Das kostet die Pflegeversicherung ja ebenfalls viel Geld. Warum kümmert sich niemand um die Seele? Für die Fußpflege, die große Morgentoilette oder für das Essen auf Räder wird ja auch gesorgt?

Lieber Gast,

offensichtlich kommen Ihnen am Buß- und Bettag viele Fragen in den Sinn. Einige von denen kann ich versuchen zu beantworten, andere klingen eher noch wie Ausrufe als wie Fragen (Den Ausruf „Warum kümmert sich niemand um die Seele?“ kann ich gut verstehen, angesichts der Tatsache, dass so viele Menschen seelisches Lied ertragen müssen. Andererseits stimmt es wahrlich nicht, dass ich niemand um die Seele kümmert.)

Darum zu Ihrer Frage nach dem Buß- und Bettag: Der ist dafür da, dass die (evangelischen, denn Buß- und Bettag ist ein protestantischer Feiertag) Christinnen und Christen an diesem Tag ihr Leben genau anschauen können und erkennen, was falsch läuft. Jeder Mensch macht Fehler und jeder Mensch hat die Chance, sich zu besinnen, die Fehler zu bereuen und umzukehren auf den richtigen Weg. Der Feiertag bietet dazu einen Anlass, im Gottesdienst über all das nachzudenken, was mir an meinem eigenen derzeitigen Tun und Handeln nicht mehr passt, was ich ändern möchte, und – wichtiger Punkt – wo ich gern Gottes Unterstützung dabei hätte, es von nun an richtig zu machen und wo ich Gottes Vergebung rauche, um neu anzufangen.

Wir sollen also an diesem Tag möglichst über das nachdenken, was wir selbst wohl falsch machen und was wir selbst ändern möchten. Wenn dann die Frage nach der Pflege ins Spiel kommt, könnte ich mich fragen, ob ich wohl etwas dazu beitragen kann, dass einsame und pflegebedürftige Menschen besucht werden. Weniger sollte es darum gehen, was „der Staat“ oder „die Kirche“ tun sollten.
Für mich spielt es dabei keine Rolle, ob der kirchliche Feiertag auch wieder ein gesetzlicher wird.

Mit freundlichen Grüßen
Frank Muchlinsky

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