Untertauchen bei der Taufe?

Gefragt von Karen Görmar

Unsere Tochter (14 Jahre) möchte sich nach Abschluss des Konfirmandenunterrichtes taufen lassen (hat keine Säuglingstaufe). Allerdings nicht nur mit ein paar Tropfen Wasser sondern durch Untertauchen. Ist das möglich?

Liebe Frau Görmar,

Grundsätzlich ist es möglich, diesen Wunsch Ihrer Tochter zu erfüllen. Die baptistischen Kirchen taufen in jedem Fall auf diese eise und haben entsprechend große Taufbecken in ihren Kirchen. Einige Gemeinde – auch lutherische, reformierte oder unierte – taufen gern in Flüssen oder Seen. Auch dort wäre es möglich, Ihre Tochter so zu taufen, wie sie es sich wünscht.

Nun muss ich allerdings ein Aber aussprechen. Letztlich kommt es nämlich darauf an, was in Ihrer Gemeinde üblich ist, und worauf sich Ihre Pfarrerin oder Ihr Pfarrer einlassen. Wir haben zwar die Pflicht jeden Menschen zu taufen, der das will, es reicht aber vom Sakramentsverständnis her, wenn der Kopf des Täuflings mit Wasser übergossen wird.

Ihre Tochter sollte also ihre Pfarrerin oder ihren Pfarrer fragen, ob sie bereit ist, sie durch Untertauchen zu taufen. Ich kann den Wunsch Ihrer Tochter, sich so taufen zu lassen, wie Jesus getauft wurde, gut verstehen. Es ist ein besonders fühlbares Zeichen für das neue Leben, das uns in der Gaufe geschenkt wird, wenn wir symbolisch "ertrinken" und dann wieder "auftauchen". Ich möchte Sie und Ihre Tochter allerdings um Verständnis bitten, falls die Kollegin oder der Kollege dies nicht tun möchte. Aber fragen sollte sie unbedingt danach und erklären, warum ihr das wichtig ist.

Herzliche Grüße

Frank Muchlinsky

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