Wie ist das evangelische Eheverständnis?

gestellt von Evangelisches Eheverständnis am 16. Juni 2015

Guten Tag Welchen Unterschied gibt es zwischen dem katholischen Eheverständnis und dem evangelischen? Wieso toleriert die evangelische Kirche die Scheidung? Können sie mir Vorteile einer kirchlichen Hochzeit nennen, möglicherweise auch Nachteile? Wie geht die evangelische Kirche mit Homosexuellen (z.B. in Bezug auf Ehe) um? Vielen Dank für eine Antwort

Lieber Schreiber,

Sie fragen nach den Vorteilen einer Kirchlichen Trauung: Für mich ist das der Segen, der einem als Paar von Gott her zugesprochen wird. Und mir gefällt auch, dass man nicht nur "Ja" sagt, wie auf dem Standesamt. Sondern "Ja, mit Gottes Hilfe" oder "Ja, und Gott helfe mir." Weil es für ein Ja mehr braucht, als nur mein eigener Wille.

Es ist so, dass die Ehe in der römisch-katholischen Kirche ein Sarkament ist. Wir in der evangelischen Kirche haben "nur" die Sakramente Taufe und Abendmahl. Die Ehe ist für uns nach Martin Luther "ein weltlich Ding". Deshalb ist auch eine Scheidung möglich. Anders als in der römisch-katholischen Kirche, können bei uns auch Geschiedene selbstverständlich am Abendmahl teilnehmen und auch wieder kirchlich heiraten.

Die Frage nach gleichgeschlechter Ehe wird bei uns in der evangelischen Kirche derzeit vielfach und kontrovers diskutiert in den verschiedenen Landeskirchen. Da wir eine demokratische Kirche sind, haben wir da viele verschiedene Meinungen zu und ringen miteinander. Die Evangelische Kirche im Rheinland äußert sich sehr klar:  "Es kann für gleichgeschlechtliche Paare in verbindlicher Lebensgemeinschaft in vielen Gemeinden auch eine gottesdienstliche Begleitung geben. Die Pfarrerin oder der Pfarrer, das Pfarramt der Kirchengemeinde oder die Superintendentur des Kirchenkreises können Auskunft geben, in welcher Gemeinde gottesdienstliche Begleitungen gefeiert werden können." (vergleiche http://www.ekir.de/www/glauben/homosexualitaet-312.php).

Soweit mal an dieser Stelle.

Mit lieben Grüßen,

Ihre Sabine Löw

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Nach evangelischem Verständnis ist  Ehe  die lebenslange Verbindung zwischen Mann und Frau. Während die römisch-katholische Kirche die Ehe als Sakrament einstuft, hat Martin Luther sie ein „weltlich Ding“ genannt. Damit meinte er jedoch keinen profanen Bereich, in dem der christliche Glaube keine Rolle spielen würde. Aber für den Reformator ist der Ehestand nicht schon als solcher ein heiliger Stand. Die Bibel bezeichnet die Ehe (Matthäus 5,31ff.; l. Korinther 7,10) als unauflöslich. Allerdings kann man daraus keine generelle Unmöglichkeit der Ehescheidung folgern. Anders als in der römisch-katholischen Kirche ist in der evangelischen Kirche die Wiederverheiratung Geschiedener möglich, aber an Voraussetzungen geknüpft. Ist zum Beispiel der künftige Ehepartner Ursache für die Scheidung gewesen, kann die kirchliche Trauung verweigert werden.

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