Ist das so einfach mit der Ökumene?

gestellt von Robert Keller am 28. November 2016

Hallo Herr Muchlinsky,
Ich bin 57 Jahre alt.
Katholisch.
Seit 10 Jahren Mitglied im evang. Kirchenchor. (Gern dabei)
Jetzt wurde der evang. Chor mit dem kath. Chor vereinigt. Ökumenisch.
Die SängerInnen können gut miteinander.
Aber geht das so einfach mit der Ökumene ?

Lieber Herr Keller,

ja, so einfach kann es sein mit der Ökumene! Herzlichen Glückwunsch! Gerade im Lobgesang sollten wir nun wirklich keine Unterschiede zwischen den Konfessionen machen. Ich wünsche Ihnen weiterhin eine gute Stimme und viel Freude miteinander.

Herzliche Grüße

Frank Muchlinsky

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Kommentare

Es wäre schön, wenn es mit allen Christen so einfach wäre.
Ich glaube, dass viel zu oft verkannt wird, dass Jesus alle die ihm folgen als ein Leib in Christus bezeichnete (kein wörtliches Zitat, meine Formulierung).
Meiner Ansicht nach sind alle Christen weltweit eine universale, allumfassende Kirche.
Das ist ja genau was das Wort katholisch bedeutet, allumfassend.
Ich finde nicht, dass wir alle unter einer Herrschafts-/Verwaltungsstruktur im Christentum leben sollten.
Wir sollten uns gegenseitig anerkennen, als Nachfolger Christi, zusammenarbeiten in der Verkündigung des Evangeliums, uns austauschen über unsere verschiedenen Verständnisse der Bibel.

Ich habe einen Traum, dass irgendwann internationale, hohe Vertreter der römisch-katholischen, orthodoxen, orientalischen und der vielen protestantischen Kirchen zusammenkommen und gemeinsam das Brot brechen wir unser Herr Jesus Christus es mit seinen Jüngern tat. Der eine geht dann von der Transsubstaziation aus und wieder andere sehen es nur als Gedächtnis, das spielt für mich keine herausragende Rolle, die Hauptsache ist, dass wird es gemeinsam tun.

Ihnen Herrn Keller wünsche ich noch viel Freude auf dem Weg den Sie beschreiten, es ist, meiner Ansicht nach der richtige und Jesus, unser Herr, lächelt auf Sie herab. :)

Zack-Bum - und ohne viel Brimborium haben sie eine Ökumene geschaffen??? Sie denken viel zu anspruchslos!
Denn sooo babyleicht ist es nun auch wieder nicht!

Mit Ihrem Eintritt in den Verein haben Sie sich der Satzung des Vereins unterworfen und dadurch Vereinsrechte und Vereinspflichten erworben. Nicht mehr und nicht weniger! Mit Ökumene hat das herzlich wenig zu tun!

Ein bißchen tricksen und täuschen und alle meinen, dass "Ökumene machen" ganz einfach ist.

Die von Ihnen genannte Art von Ökumene ist doch nichts anderes als menschliches Bemühen von ein paar Gläubigen, die mit aller Kraft versuchen, ihre Spaltungen zu überwinden.

Soll heißen: Fortschritte in der Ökumene können wir nicht selbst machen, sondern Gott wirkt sie.

Meiner Ansicht nach ist Ökumene mit der gebotenen gegenseitigen Toleranz tatsächlich einfach. In Glaubensfragen - deshalb sind es ja Glaubens- und nicht Wissensfragen - besitzt kein Mensch die absolute Wahrheit und daher sollte gegenseitige Toleranz selbstverständlich sein. Diese sogenannten theologischen Grundsatzfragen können von Menschen gar nicht final geklärt werden und sie sind auch nicht wichtig, um glauben zu können, weil es ja bekanntlich so viele Wege zu Gott gibt, wie es Menschen gibt.
In der ACK - Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen - habe ich Menschen verschiedener christlichen Kirchen kennengelernt, die diese Toleranz leben und sich gemeinsam für Christus/christliches Leben begeistern. Leider muss ich feststellen, dass die örtlichen Gemeinden und Gemeindepfarrer/-innen sich tendenziell eher abgrenzen und sich für Ökumene nicht einsetzen. Aus meiner Sicht ein Riesenfehler, weil christliche Kirchen, die sich nicht bemühen, ihre Spaltung zu überwinden, unglaubwürdig sind und damit ihre eigene Lehre untergraben.

Ich habe noch einen Erfahrungsbericht zum Thema ökumenischer Kirchenchor: In unserer Gemeinde wurden 2014 auch evangelischer Kirchenchor und katholischer Kirchenchor zusammengelegt. Das war aus Sicht der Gemeinden eine win-win-Situation: der evangelische Chor litt unter Mitgliederschwund und der katholische Chor hatte seinen Chorleiter verloren. Die Pfarrer einigten sich auf paritätische Finanzierung des Chores und den Namen "ökumenischer Kirchenchor". Der Chor hat in den darauffolgenden Jahren regelmäßig in den Gottesdiensten zur ökumenischen Stunde der Passion, zum (ökumenischen) Buß- und Bettag und zum ökumenischen Weihnachtsgottesdienst (meistens Weihnachtsoratorium von Bach o.ä.) gesungen. Einige kleinere Zwischenauftritte kamen auch noch dazu. Der örtlichen katholischen Kirche waren die Kosten zu hoch und trotz klarer Signale der katholischen Seite, dass man sich etwas zur Finanzierung überlegen müßte, wurde es versäumt hier ein Konzept(Sponsoring o.ä.) zu entwickeln. Den Chor hat man schon mal gar nicht eingebunden. Die katholische Kirche ist dann aus der Finanzierung ausgestiegen und von da an durfte sich der ökumenische Kirchenchor aufgrund eines Beschlusses des ev. Kirchenvorstands nicht mehr "ökumenisch" nennen. In dem Chor waren aber etwa die Hälfte der Mitglieder katholisch.
Ich bin sehr enttäuscht, dass in diesem Fall die evangelische Kirche die Bedeutung des Wortes "ökumenisch" auf die rein finanzielle Frage reduziert hat und damit keine Wertschätzung für die katholischen Mitsänger gezeigt hat. Es ist für mich unverständlich, dass die ev. Pfarrerin und der kath. Pfarrer mit einem Federstrich wertvolle ökumenische Initiativen (Chor und die gemeinsam musikalisch wunderbar ausgestalteten Gottesdienste, die immer sehr gut besucht waren) zerstört haben. Warum fragen sich diese Pfarrer bei ihren zerstörerischen Handlungen nicht: "Was hätte Christus getan?"