Was macht ein Schulpastor?

gestellt von Alicia H. am 18. Juli 2017

Sehr geehrter Herr Muchlinsky, was macht eigentlich ein Schulpastor so alles und wieso hat nicht jede Schule einen Schulpastor? Ist ein Schulpastor der bessere Religionslehrer? Kann jeder Pfarrer auch Schulpastor werden oder braucht es dafür eine besondere Qualifikation? Vielen Dank schon mal. Alicia H.

Liebe Alicia H.,

vielen Dank für Ihre Frage nach der Funktion der Schulpastoren. Es wäre sicher für jede Schule hilfreich, würde es eine Schulpastorin/einen Schulpastor geben. Dafür fehlen leider finanzielle Mittel.

 

SchulpastorInnen arbeiten hauptamtlich im Auftrag der Kirche an Schulen. Sie arbeiten also an der Schnittstelle zwischen Kirche und Staat. Sie arbeiten oft zusätzlich als ReligionslehrerInnen, sind aber vor allem für die Schulseelsorge zuständig und speziell ausgebildet. Auch reguläre ReligionslehrerInnen können sich qualifizieren und ehrenamtlich (aber mit Entlastung für den Unterricht) als SchulseelsorgerIn abeiten. Für SchülerInnen (egal welcher Religion) ist das ein wichtiges Angebot neben z.B. dem schulpsychologischen Dienst, weil die SeelsorgerInnen per Gesetz zur Verschwiegenheit verpflichtet sind. Sie sind also oft in schwierigen Lebenslagen wie Trauerfällen, Suizidgedanken, Drogenmissbrauch, Mobbing etc. zur Stelle und kooperieren mit den SchulspsychologInnen oder SozialarbeiterInnen, sofern es diese gibt.

 

SchulseelsorgerInnen begleiten und beraten Schülerinnen und Schüler seelsorglich, gestalten Freizeit-/Bildungsveranstaltungen oder geistliche Angebote (z.B. Möglichkeiten zur Stille/bzw. zum Gebet) und können mit dem kirchlichen Angeboten vernetzen. Sie sind für alle Menschen in der Schule ansprechbar und setzen sich für ein gutes Miteinander an den Schulen ein, ohne dabei missionierend aufzutreten.

 

Da die Kirche insgesamt Probleme mit der Nachwuchsgewinnung hat, werden leider auch die Schulpfarrstellen immer weniger. Viele Landeskirchen denken deshalb darüber nach, Schulpfarrstellen zu streichen.

 

Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter und verbleibe mit besten Grüßen

Helge Bezold

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Kommentare

In den evangelischen Landeskirchen gibt es die Amtsbezeichnung „Dekan“ für einen Pfarrer, der Führungsfunktionen auf der mittleren Verwaltungsebene wahrnimmt. Diese Amtsbezeichnung lautet in anderen Landeskirchen auch Superintendent.

Seit es Schuldekane gibt, haben wir in unserer Stadt 2 Dekane. Meiner Meinung nach brauchen wir nicht 2 Führungskräfte auf einen Schlag. Ein Dekan ist meiner Meinung nach überflüssig.

Jeder Theologe kann auch Religionsunterricht abhalten. Deshalb frage ich mich, warum man nun plötzlich einen Dekan an der Schule braucht, zumal jeder Pfarrer Religionsunterricht, Seelsorge abhalten kann. An jeder Schule gibt es Vertrauenslehrer für Seelsorge und sonstige Sorgen.

Man wollte vermutlich unbedingt ein Tor in die Welt, zum Staat. Ein gravierender Fehler meiner Ansicht nach, weil sich dadurch Kirche und Staat vermischen, wie in den islamischen Staaten, was wir ja eigentlich nicht wollen.

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