Taufe ohne großes Publikum?

gestellt von Herr Peters am 18. Mai 2018

Sehr geehrter Pastor Muchlinsky,

ich würde mich gerne taufen lassen, scheue allerdings ein großes Puplikum. Ich gehe zwar häufiger Sonntags in die Kirche, stehe dort dann aber nicht im Mittelpunkt. Mir bereitet es Bauchschmerzen, wenn ich mir vorstelle, dass ich in einem Gotesdienst getauft werde. Auch wenn ich weiß, dass es nicht schlimm ist, habe ich Angst vor dieser Situation. Kann ich mich auch ohne Öffentlichkeit taufen lassen? Und ist eine Taufe immer mit einem Kircheneintritt verbunden?

Herzliche Grüße
Peters

Sehr geehrter Herr Peters,

ich kann verstehen, dass Sie ungern ein "großes Publikum" hätten, wenn Sie sich taufen lassen. Es ist ja tatsächlich so, dass einen dann alle anwesenden Gottesdienstbesucher anschauen. Das kann sich unangenehm anfühlen, und viele Konfirmandinnen und Konfirmanden werden Ihnen das sicherlich auch bestätigen, denn auch bei der Konfirmation steht man ja deutlich sichtbar vor allen Leuten.

Andererseits ist es genau das, was bei einer Taufe geschehen soll: Jemand bekennt sich öffentlich zu seinem Glauben und lässt sich dann taufen. Damit wird er oder sie auch zum Mitglied der Kirche. Das bedeutet auch, dass man, wenn man sich in einer landeskirchlich verfassten Kirchengemeinde taufen lässt, Kirchenmitglied wird.

Wenn Sie diesen Schritt gehen möchten, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihre Pfarrerin oder Ihren Pfarrer vor Ort. Mit denen besprechen Sie dann, wie genau es zugeht bei den Taufen in Ihrer Gemeinde. Und vielleicht können die Ihnen auch ein wenig die Angst vor dem großen "Publikum" nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Muchlinsky

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Kommentare

Ach...da kommt einer daher und will sich taufen lassen. Gott ruft ihn und er will dann endlich Christ als getaufter Gläubiger sein. Froh und glücklich sollten wir in dieser immer entchristlichten Welt darüber sein UND seine persönlichen Dinge, wie er sie schildert, berücksichtigen. Dann taufe man ihn in Freuden unter vier Augen und alles ist gut. Einige Antworten hier kommen mir immer so vor als lebte der Antworter vor 50 Jahren als "man" katholisch oder evengelisch war und es quasi nur Kindstaufen gab.

Lieber Herr Johannes,

der Antworter möchte lediglich darauf hinweisen, dass die Taufe die Aufnahme in eine Gemeinschaft ist. Wer Glaube und Christentum als reine Privatsache versteht, die man auch unter vier Augen abmachen kann, muss sich nicht wundern, wenn wir in einer "immer entchristlichten Welt" leben.

Natürlich kann man auch im Privatissimum taufen. Sollte man nur nicht, wenn's auch anders geht.

Herzlich,

Frank Muchlinsky

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