Nach dem Tod

gestellt von Dahlmeier am 27. August 2018

Was geschieht mit den Menschen die nicht an Gottvater, Sohn und heiligen Geist glauben?

Liebe/Lieber Herr oder Frau Dahlmeier,

was geschieht mit Menschen nach dem Tod, die nicht glauben - und Sie konkretisieren hier: Was passiert mit Menschen, die nicht an den dreieinigen Gott glauben?

Ganz generell könnte man hier antworten: Das wissen wir nicht! Niemand sollte sich anmaßen, hier im Besitz der letztgültigen Wahrheit zu sein. Weder für uns noch für andere Menschen können wir das wissen. Wir können nicht wissen, was dann zählt. Dennoch beschäftigt es unser Inneres. Ich möchte Sie auf jeden Fall ein wenig mahnen: Was wir darüber aussagen, was wir uns wagen zu formulieren - das sind Hoffnungen und das ist das, was wir glauben.  Und diesen Glauben bauen wir auf Vertrauen auf. Wir sollten bei diesen Themen aber immer die nötige Zurückhaltung haben, denn wir alle, die wir am Leben sind, reden von etwas, das wir letztendlich erst wissen, wenn wir selbst diesen Weg beschreiten. Und dann geben wir uns alle in die Hände des gnädigen Gottes.

Jedoch können wir durchaus die Bibel befragen. Meiner Meinung nach spricht auch die Bibel in dieser Frage aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Im Matthäus-Evangelium lesen wir ab Kapitel 24, was Jesus seinen Zuhörern über die "letzte Zeit" ans Herz legt. In Matthäus 25, ab Vers 31 unterscheidet er sehr deutlich in die, die eine angenehme Zukunft haben werden und die, die einem "ewigen Feuer" anheim fallen. Das Kriterium, nach dem unterschieden wird, wer wohin kommt, liegt in der Grundhaltung der Menschen. Ob sie anderen gegenüber barmherzig gewesen sind oder nicht - das zählt. "Vorsortiert" aber wird nicht: Vers 32 sagt: "...und alle Völker werden vor ihm versammelt werden."

Wichtig zu erwähnen sind meiner Meinung nach noch die Worte des Paulus aus dem Römerbrief. Im 5. Kapitel, Vers 18: Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt. "Alle Menschen" sind nun auch wirklich ALLE Menschen und hier wir keine Unterscheidung nach einem Glauben getroffen. Auch im Brief an Timotheus betont Paulus:

Gott, (...) welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.  Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus,  der sich selbst gegeben hat als Lösegeld für alle.. (1. Timotheus 2, V.4f).

Auch hier sind es "alle" Menschen.

Wenn man alles zusammenfasst an Vorstellungen und geglaubten oder erhofften Abläufen am Ende eines Lebens, dann kann es sein, dass es im Moment des Todes so eine Art Lebenszusammenfassung mit einem "Gegenüber" gibt. Für Christinnen und Christen ist dieses Gegenüber Gott.  Menschen, die nicht glauben, werden dann erst wissen und erkennen, was dieses Gegenüber für sie bedeutet.

Alles Gute und viele Grüße!

Veronika Ullmann

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