Erhört Gott meine Gebete nicht?

gestellt von Jens am 30. September 2018
dringendes Gebet

Foto: Getty Images/iStockphoto/mtnSnail

Hallo, ich zweifele immer mehr an Gott, da in meinem Leben hauptsächlich Schlechtes passiert obwohl ich eher ein Optimist bin. Ich bete täglich, weder gibt Gott mir ein Zeichen noch passiert mir mal was Gutes. Da Gott ja keine Wünsche erfüllt und auch keine Zeichen gibt, aber dennoch real sein soll, kann ich mich ja mal an den Teufel wenden, wenn dieser das irdische Leben erträglich macht. Wenn es Gott gibt, der einem nach dem Tod ewiges Leben schenkt, muss es auch den Teufel geben, der einem das irdische Leben angenehm macht ?

Lieber Jens,

in Ihrer Frage stecken mehrere Ebenen. Darf ich ein wenig sortieren?

Da ist zum einen ein sehr trauriger Unterton. Sie schreiben, sie hätten das Gebetsanliegen, eine Macht (und da fragen Sie sich dann, welche), möge das Leben erträglich machen. Und es kommt Ihnen so vor, als ob gar nichts Gutes mehr passiert und Sie warten vergeblich auf ein Zeichen. Nun kann ich natürlich nur mutmaßen, was Ihnen denn da so schwer auf Ihrer Seele liegt, was Sie so drückt, das Sie so sehr auf ein Zeichen warten lässt. Es tut mir sehr leid, dass Sie diese Erfahrungen machen müssen!

Dann fragen Sie sich, warum Gott Sie denn nicht erhört - und das führt Sie dazu, es dann mal beim Teufel zu "versuchen".

Lieber Jens, ich denke, Sie sollten vor allem kein "böses Spiel" mit der Last auf Ihrer Seele treiben. Dadurch werden Sie den Druck nicht verringern. Wenn Sie weiter auf "Zeichen" warten, darauf, dass sich endlich was Gutes tut, und die Antwort bleibt immer aus - dann wird auch ein "Wechsel in der Adresszeile" nichts bringen. Dann wird "der Teufel" sich auch nicht um Ihre Anliegen scheren. Und davon wird nichts besser.

Ich bitte Sie aber, Ihre Last zu teilen. Mit-zu-teilen. Rufen Sie bei der Telefonseelsorge an, vereinbaren Sie einen Termin mit einer Pfarrerin oder einem Pfarrer  - oder vielleicht haben Sie ja jemanden, dem Sie vertrauen, der Sie kennt und Ihnen gerne zuhört?

"Helft einander, die Lasten zu tragen. So erfüllt ihr das Gesetz, das Christus gegeben hat.", so steht es in der Bibel im Brief an die Galater. Und so verstehe ich auch den Weg eines Gebets. Das Gebet ist kein Spiel - nach dem Motto: Mal sehen, ob sich was tut. Mit einem Gebet erzählen Sie Gott, was Ihre Last ist und Sie können Gott bitten, Ihr Herz aufzumachen, um Hilfe zu empfangen. Es kann sein, dass die Hilfe längst da ist und Gott geduldig darauf wartet, dass Sie erkennen, welchen Weg Sie gehen müssen, damit besser wird, was Sie so sehr drückt. Das Gebet kann vor allem eines: es kann Sie verändern, lieber Jens. Es ist kein magisches Zaubermittel, mit dem sich schnell alles ändert. Sondern - wie in einem guten Gespräch, bei dem einer eben erst mal nur zuhört - macht schon allein das Gehörtwerden eine Menge aus. Es macht Sie hoffentlich etwas leichter. Und dann können Sie mit etwas weniger Last auf Ihrer Seele sich Hilfe suchen. Denn das "Gesetz Christi", von dem wir im Galaterbrief hören, ist "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Die nächsten Menschen sind Ihre Helfer. Gott hört Sie, schützt und begleitet Sie auf diesem Weg zu Ihren Nächsten.

Alles Gute und herzliche Grüße

Veronika Ullmann

 

 

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Kommentare

Liebe Veronika Ullmann. Auch ich möchte Ihnen eine Frage stellen. Würden Sie mir in die Augen sehen und bestätigen, dass diese Frage wirklich in dieser Form am 30. September 2018 von "Jens" an Sie gestellt wurde? Freundliche Grüße.

Alle Fragen in unserer Fragen-Rubrik sind uns tatsächlich gestellt worden. Diese Frage erreichte uns am 30.9.2018 um 20:42 Uhr. Der Absender nannte sich selbst "Jens". Die Frage hatte eine andere Überschrift. Das ist das Einzige, das wir an und zu an den Fragen ändern, damit man sie besser finden kann. Außerdem kann es vorkommen, dass jemand anders die Frage beantwortet als die Person, der man sie gestellt hat. Wir teilen uns die Arbeit. Also: Alles echt bei evangelisch.de. Hand aufs Herz und in die Augen geguckt ohne zu blinzeln. :-)

Als Christ kämpft man mit Christus gegen den Teufel und die Mächte der Finsternis. Oder wie Paulus schreibt, wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen sondern mit den Mächtigen und den bösen Geistern die unter dem Himmel herrschen.
Der Kirche lehrt, dass Jesus Christus am Tag der Wiederkunft dem jüngsten Tag, kommen wird um zu richten und alle Toten aufzuerwecken. Den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle zur ewigen Strafe verdammen wird. Christus hat selbst gesagt, dass die Hölle nicht für die Menschen gemacht wurde sondern für den Teufel und seine Engel und den Menschen die mit Ihnen Hurerei getrieben haben.
In der Bibel steht weiter, dass Gott den Menschen nicht vergeben wird die Hilfe vom Teufel erbeten. Soll denn der Teufel der Schutz der Menschen sein? Gott ist der Schutz der Menschen oder wie es im Psalm 18 heißt „HERR, mein Fels, meine Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz!“ Mit Christi Geburt wurde der Teufel von Gott gerichtet. Das gehört genauso zum Evangelium wie der Glaube an meinen Erlöser Jesus Christus.

Mit meiner Taufe kann ich bezeugen, dass ich mit dem Heiligen Geist getauft worden bin. „Denn Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben sondern der Liebe, Stärke und Besonnenheit.“

Christus hat nach meiner Taufe zu mir gesprochen: „Ich bin für dich gestorben, jetzt stirb du für mich.“ Ich bin dann tatsächlich gestorben und wiedergekommen. Damit hat sich die Schrift erfüllt in der es heißt, dass der alte Mensch mit Christus gestorben ist. Mein Leib ist jetzt Gottes - als Sklave der Gerechtigkeit. Sich an den Teufel zu wenden ist genauso Wahnsinn wie in der Bibel steht wenn Menschen meinen mit der Hölle einen Bund schließen zu können. Dort wo Würmer deine Decke sind. Man soll sich von der Macht des Teufels bekehren und mit Gott einen Bund schließen und die Glaubensrüstung anziehen den Brustpanzer der Liebe und des Glaubens, die Stiefel des Evangeliums und den Panzer der Gerechtigkeit. Die Waffen des Lichts sind die Gerechtigkeit, mit denen soll man sich zur linken und zur rechten bewaffnen. Mein Pslam ist mein Schutz und mein Gott und kein Unrecht ist an Ihm. Apostelgeschichte 26:18
„...aufzutun ihre Augen, daß sie sich bekehren von der Finsternis zu dem Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, zu empfangen Vergebung der Sünden und das Erbe samt denen, die geheiliget werden durch den Glauben an mich.“

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