Muss ich nach meinem Wiedereintritt als Rentner Kirchensteuern zahlen?

gestellt von H.W. Weber am 21. Januar 2020
Als Rentner wieder in der Kirche

©monregard / stock.adobe.com

Guten Morgen,
habe mal eine Frage, bin nach dem Tod meiner Mutter und aus wirtschaftlichen vor vielen Jahren aus der evangelischen Kirche ausgetreten und frage nun ob es im Rentenalter (67 Jahre alt) wieder eine Rückkehr Möglichkeit gibt und welche Beiträge auf mich zu kämen.
Wirtschaftlich habe ich aus meiner Rente keine Einkünfte wohne aber im eigenen Haus ohne irgendwelche Mieteinnahmen oder sonst irgendwas auch keine Nebentätigkeit wobei ich das auf 450€ Basis aus wirtschaftlichen Gründen schon mal in Erwägung gezogen hatte.

Lieber Herr Weber,

schön, dass Sie wieder in die Kirche eintreten möchten. Sie können einfach zu Ihrer Kirchengemeinde vor Ort gehen und dort wieder eintreten. Wenn Sie dem Pfarrer oder der Pfarrerin nicht persönlich bekannt sind, sollten Sie sich ausweisen können. Wenn vorhanden, bringen Sie doch auch die Taufurkunde oder eine Bescheinigung über Ihr Taufdatum und den Ort sowie die Austrittsbescheinigung mit. Vielleicht möchte Ihre Pfarrerin, beziehungsweise Ihr Pfarrer, Sie noch zu einem Gespräch einladen.

Die Kirchensteuer bemisst sich ja an der Höhe der "Einkommenssteuerschuld". Da Sie, wie Sie sagen, über keine Einkünfte verfügen, auf die Sie Einkommensteuer zahlen, zahlen Sie auch keine Kirchensteuer. Bei einem 450 Euro-Job fällt keine Einkommensteuer an. Ihr eigenes Haus spielt ebenfalls keine Rolle, da Sie selbst darin wohnen und keine Mieteinahmen haben.

Wenn Sie unsere Gemeindesuche nutzen, finden Sie dort in der Regel auch die Telefonnummer des Kirchenbüros. Dort können Sie anrufen und einen Termin abmachen.

Herzliche Grüße

Frank Muchlinsky

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Kommentare

Ich hatte eine feste Gemeinde und bekam wie Alle jedes Jahr einen Brief der Gemeinde mit der Afforderung Kirchgeld für die Gemeinde zu bezahlen, im Anhang eine Kirchgeldtabelle gestaffelt nach der Einkommenshöhe.
Das bezahlte Geld soll gebunden sein an die Ausgaben der Gemeinde und der Ausgaben zum Erhalt der Gemeinde, wofür dann auch gedankt wird.
Als Ehemahliger Arbeitnehmer habe ich Kirchensteuer bezahlt, Kirchgeld und Sonntags in die Kollekte, warum verlangt die Kirche so viele Abgaben, und ist Kirchgeld zu bezahlen?
Jetzt bin ich aus Gesundheitlichen Gründen Frührentner und habe Einkünfte wie ein Hartz 4 Empfänger und bin auch nicht mehr in dieser Gemeinde, bekomme aber jedes Jahr diese Zahlungsaufforderung und finde das nicht Gerecht, was kann ich da gegen tun?,aus der Kirche Austreten möchte ich nicht bin mit 50 Jahren zum Glauben gekommen und fühle mich im Glauben an Gott , Gut aufgehoben, habe aber auch keine feste Gemeinde mehr.

Lieber Herr Warnecke,

wenn Sie nicht genügend Geld haben, um davon Kirchgeld zu zahlen, dann brauchen Sie das auch nicht zu tun. Und Sie brauchen deswegen auch kein schlechtes Gewissen zu haben. Schauen Sie doch mal auf den Absender der Briefe und gehen Sie vorbei in der Gemeinde, die Ihnen da schreibt. Erklären Sie vor Ort, dass Sie bitte keine Aufforderungen mehr bekommen möchten.

Herzliche Grüße

Frank Muchlinsky

Lieber Herr Warnecke,
als Ortspfarrer bekomme ich auch oft ähnliche Fragen. Ich kann Ihnen für Bayern eine Antwort geben, vielleicht hilft diese auch Ihnen:
1) Wieso das Kirchgeld?
Zumindest in Bayern zahlt man 1% weniger Kirchensteuer als in manchen anderen Bundesländern. Dieses 1% wird wiederum als Ortskirchgeld erhoben und bleibt - und das ist für die Gemeinde toll - in der eigenen Gemeinde vor Ort. Es ist also nicht eine Abgabe mehr, sondern die Kirchensteuer wurde aufgeteilt.

2) Muss ich als Wenigverdiener zahlen?
Nein, müssen Sie nicht. Normalerweise beginnt das Kirchgeld erst ab einer bestimmten Einkommensstufe und die sollten Sie mit so wenig Einkünften nicht erreichen. Sie können also den Brief getrost beiseite legen

3) Warum kriege ich dann einen Kirchgeldbrief?
Weil die Kirchengemeinde, in deren Bereich Sie wohnen, nicht weiß, wie viel Sie verdienen. Es kriegt also (zumindest in meiner Gemeinde) jeder über 18 einen Kirchgeldbrief, einfach weil wir keinen Einblick in Ihre Einkünfte haben.

Mehr Informationen zum Kirchgeld erhalten Sie auch hier: https://www.kirche-und-geld.de/kirchgeld.php

Ärgern Sie sich bitte nicht, haben Sie kein schlechtes Gewissen und treten Sie deshalb bitte nicht aus

Ihr
Gerhard Beck

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